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Wie sicher ist meine Privatsphäre in sozialen Netzwerken und was hat das mit Mathe zu tun?

Diese Fragestellung ist nicht zuletzt mit Blick auf die vergangene Wahl in den USA interessant: Die Firma „Cambridge Analytica“, welche maßgeblich an der politischen Kampagne von Donald Trump beteiligt war, behauptet von sich selbst, die Persönlichkeiten von über 230 Millionen US-Bürgern zu kennen. Zudem geben unabhängige Forscher an, dass man mit einer 85%-igen Wahrscheinlichkeit vorhersagen kann, ob ein Nutzer eines sozialen Netzwerks, wie z.B. „Facebook“, homosexuell ist. Wir wollen im CAMMP day überprüfen, ob diese Behauptung stimmen kann. Laut wissenschaftlichen Studien sind Betreiber von sozialen Netzwerken in der Lage, Schattenprofile mit zusätzlichen, nicht preisgegebenen Informationen über ihre Nutzer und auch über Nicht-Nutzer zu erstellen. Betrachtet wird in diesem CAMMP day die sexuelle Orientierung. Es ist eine zugängliche und sensible Information, über deren Verfügbarkeit jeder selbst bestimmen können sollte.
Quelle: CAMMP

Die Basis bilden originale Daten eines Netzwerks namens Friendster, das vor einigen Jahren existierte. Die Daten werden aufbereitet, ein mathematisches Modell des Netzwerks (ein Graph) betrachtet und schließlich mit Heuristiken (in unserem Fall einfache programmierte wenn-dann-Aussagen) Vorhersagen über die sexuelle Orientierung getroffen. Im Anschluss erfolgt eine Bewertung der Güte der Vorhersagen, vor allem durch die Größe Cohen’s Kappa. Ein Einblick in Optimierungsmöglichkeiten wird zur Verbesserung der Heuristiken gegeben und die Gültigkeit der Vorhersagen kann durch Binomialtests (Hypothesentests) geprüft werden.

Ausprobieren und Entdecken ist in Kleingruppen die vorherrschende Arbeitsweise. In jedem Arbeitsschritt besteht die Möglichkeit, vorhandenes Wissen aufzufrischen bzw. zu neuem Wissen zu gelangen. Der Fokus liegt auf dem praktischen, zielgerichteten Gebrauch der Mathematik, der durch die Software MATLAB begleitet wird.

Das Modul wird für Oberstufenschülerinnen und -schüler in der Qualifikationsphase empfohlen. Geeignet ist es vor allem, wenn Hypothesentests im Unterricht behandelt werden.

Dauer: 5 – 6 Stunden (inkl. Mittagspause)
Inhalte: Wahrscheinlichkeitsrechnung (ins. Interpretation von Wahrscheinlichkeiten), Optimierung, Hypothesentests
Vorwissen: relative Anteile, arithmetisches Mittel, Baumdiagramme (Summen- und Pfadregel)
Zielgruppe: Mathematikkurse der Oberstufe
Erstellt von: Thomas Camminady, Maike Sube
Anmeldung: Termine können individuell per E-Mail vereinbart werden.