Finite-Elemente-Programm für strukturmechanische Probleme und Wärmeausbreitung
aktuelle Version: 6.9-3
Finite-Elemente-Programm für strukturmechanische Probleme und Wärmeausbreitung aktuelle Version: 6.9-3 |
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| Ansprechpartner: | Dr. Paul Weber | Dienste: | CAE-Anwendungen |
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| Links: | ABAQUS Homepage | ||
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ABAQUS ist ein Finite-Elemente-Programm zur Lösung strukturmechanischer Probleme mit besonderen Anwendungsschwerpunkten
ABAQUS ist in verschiedenen Modulen organisiert:
ABAQUS gibt es für viele Betriebssysteme und ist am SCC zentral auf den Linux-Clustern HP XC6000 , HP XC4000 und am Instituts-Cluster installiert.
Es bestehen Schnittstellen zu den Prae- und Postprozessoren Patran, HyperWorks und EnSight. Fluid-Struktur-Kopplung zwischen ABAQUS und verschiedenen CFD-Programmen, insbesondere FLUENT, kann mittels des Kopplungsprogrammes MpCCI hergestellt werden.
Das SCC hat eine akademische Lizenz von ABAQUS erworben. Diese akademische Lizenz
lässt nur eine akademische Nutzung von ABAQUS zu. Die Dassault Systemes Simulia GmbH
versteht unter akademischer Nutzung Folgendes:
Details finden Sie im folgenden Auszug aus dem ABAQUS Lizenzvertrag, der die Nutzungsbedingungen
festlegt. Den kompletten Vertrag finden Sie auf dem FTP-Server
ftp://ftp.scc.kit.edu/pub/campus/ABAQUS_6.9-3.
4. Restrictions on Use
Each Abaqus Program may be used only by Institute’s faculty, staff and enrolled students while
they are at, or by remote access to, a Designated Facility.
An Abaqus Program shall only be used at any time, (i) on uniquely identified computer
processors, and/or (ii) by no more than a maximum number of simultaneous users, and/or (iii)
on no more computer processors on a network than the maximum processing capacity
measured by the maximum number of simultaneous usage tokens, as specified in the
applicable License Supplement.
Each Abaqus Program shall be used by Institute only for Institute’s internal purposes. In no
event shall Institute make all or any part of any Abaqus Program available to any third person as
part of a data services operation or otherwise.
All use of any Abaqus Program shall be under the direct supervision and control of a
Responsible Person. Institute hereby asserts that each Responsible Person is fully cognizant of
the terms and conditions of this Agreement, and has the authority to exercise such supervision
and control.
Institute shall not reverse compile, disassemble, or otherwise reverse engineer any Abaqus
Program, or allow anyone else to do so (except only to the extent that such prohibition is
contrary to applicable law), as SIMULIA offers alternatives to facilitate interoperability. Institute
agrees not to remove or destroy any proprietary markings or legends or any encrypted license
keys or similar security devices placed upon or contained within any Abaqus Program.
The Abaqus Programs are made available to Institute under this Agreement at discounted
license fees for academic purposes. Institute shall not use any Abaqus Program for a
commercial purpose or to produce calculations having commercial value, including any project
or calculation of a type performed in the normal course of a business or a professional practice
except during any period for which Institute shall pay non-discounted license fees to SIMULIA
as provided in Section 6.
Institute shall: (i) utilize its best efforts to prevent unauthorized disclosure or use of any Abaqus
Program; (ii) treat all Abaqus Programs with the same degree of care as it treats like information
of its own which it does not want to be publicly disclosed or the subject of unauthorized access
or use; and (iii) not make or permit to be made any more copies of any Abaqus Program than
are necessary for the Institute’s internal use as permitted by this Agreement.
liegen als Online-Dokumentation vor, die man über:
abaqus doc
aufrufen kann.
Einführung in ABAQUS 6.7
Datum: 31.03. - 04.04.2008
Kursunterlagen: Folien, Übungen, Lösungen und Beispiele
Einführung in ABAQUS/CAE 6.7
Datum: 24. - 25.04.2008
Kursunterlagen: Folien
Inhalt
1. Einleitung
2. ABAQUS-Dateien
3. ABAQUS an den Arbeitsplatzrechnern
4. ABAQUS auf den Linux-Clustern
5. Prä- und Postprocessing
6. ABAQUS/Explicit
7. ABAQUS/Design
8. Dokumentation und Beispiele
ABAQUS ist ein Finite-Element Programm zur Analyse von strukturmechanischen, thermischen und akustischen Problemen und besonders geeignet für geometrisch und physikalisch nichtlineare Probleme. Das Programm wird laufend von Dassault Systemes Simulia Corp., USA weiterentwickelt.
Das ABAQUS System lässt sich folgendermaßen skizzieren:
Elementebibliotheken
Elementebibliothek für Strukturmechanik:
Elementebibliothek für Wärmeleitungsberechnungen:
Elementebibliothek für gekoppelte Temperatur-/Spannungsberechnungen
Elementebibliothek für Kontaktprobleme:
Kontinuumselemente liegen in verschiedenen Formen vor, als
Spezielle Modellierungsoptionen
Darüberhinaus ist die Modellierung spezieller Probleme bei Pipelines und dem Off-Shore Bereich möglich.
Substrukturen
In ABAQUS sind Substrukturen möglich und werden in Bibliotheksdateien verwaltet.
Materialdefinitionen
ABAQUS stellt in großem Umfang verschiedene Materialeigenschaften zur Verfügung, von denen einige kurz genannt werden:
Analysen
Lasten
Jede Kraft kann über den Zeitschritt linear oder gemäß einer beliebig vorgegeben Amplitude aufgebracht werden.
Knotenbezogene Lasten:
Elementbezogene Lasten:
Zu den Lösungstechniken und weiteren Einzelheiten wird auf die Handbücher verwiesen.
ABAQUS besteht aus mehreren Modulen, von denen am Rechenzentrum die folgenden lizensiert sind:
ABAQUS/Standard löst viele Probleme aus dem strukturmechanischen und thermischen Problembereich
ABAQUS/Explicit löst kurzzeitdynamische Vorgänge oder Probleme mit großen Verformungen
ABAQUS/CAE ist der interaktive Prä-/Postprozessor
ABAQUS/Viewer ist der interaktive Postprozessor
ABAQUS/Design ermöglicht es, die ABAQUS-Eingabedatei zu parametrisieren und auch Parameterstudien durchzuführen
ABAQUS ist am SCC auf den Linux-Clustern HP XC6000, HP XC4000 und dem Institutscluster installiert. ABAQUS kann auch
auf Arbeitsplatzrechnern unter Linux und Windows betrieben werden.
Ein ABAQUS-Job besteht aus 2 Teilen:
Preprocessing: Die Daten werden vom Inputfile-Prozessor ABAQUS-Pre eingelesen und es wird eine Datenbasis erzeugt.
Ausführung: Das Programm wird ausgeführt.
Falls vom Benutzer ausprogrammierte Schnittstellen vorhanden sind, steht zwischen dem Preprocessing und der Ausführung ein Compile-Link Teil.
Sowohl ABAQUS/Pre als auch das ABAQUS/Standard benötigen eine Reihe von Dateien. Die Namen haben die Form
id.ext
wobei id eine vom Benutzer zu vergebende Identifikation ist und ext eine Namenserweiterung ist, die von ABAQUS vergeben wird und den Zweck der Datei wiedergibt.
ABAQUS/Pre -Dateien:
| .inp | Eingabedatei für ABAQUS/Pre |
| .com | Python-Skript zur Steuerung des ABAQUS-Jobs |
| .oldres | Restart-Read-File von einem vorherigen ABAQUS-Lauf und daher mit einem anderen Identifier |
| .dat | Ausgabedatei |
| .res | Restart-Read-File |
| .023 | ABAQUS-Datenbasis, wird von Pre erzeugt und von Standard gelesen (meist temporär) |
| .f | User Subroutine |
ABAQUS-MAIN-Dateien:
| .dat | Ausgabedatei |
| .res | Restart-Write-File |
| .mdl | Model File |
| .stt | State File |
| .prt | Part File |
| .fil | Ausgabedatei des *FILE-Kommandos |
| .odb | Output Database, für das Postprocessing mit dem ABAQUS/Viewer |
| .sta | Status File |
| .msg | Message File |
| .023 | ABAQUS-Datenbasis, wird von PRE erzeugt und von Standard gelesen (meist temporär) |
| .sdb | Sparse Solver Database (meist temporär) |
Daneben gibt es noch eine Reihe von weiteren Scratch-Dateien, sowohl in Pre als auch Standard.
Bei ABAQUS/Explicit gibt es noch einige andere Dateien
| .abq | Statusdatei |
| .pac | Package-File |
| .sel | Selected Results |
Das Protokoll des ABAQUS-Laufes wird in die Datei id.log geschrieben. Einige Parameter können auch im ABAQUS Environmentfile vom Benutzer gesetzt werden (s. folgenden Abschnitt).
ABAQUS-Aufruf
ABAQUS wird gestartet, indem der Benutzer die Ausführungsprozedur aufruft. Diese sucht und wertet bis zu 3 Environment-Files aus, in denen die System-Parameter gesetzt sind. Einige der Parameter können auch direkt im ABAQUS-Aufruf spezifiziert werden. Genaueres findet man im folgenden Abschnitt.
Die ABAQUS-Ausführungsroutine erzeugt ein Python-Skript
id.com
das die einzelnen Schritte eines ABAQUS-Jobs initiiert und ausführt.
In diesem Abschnitt beschreiben wir den Standardaufruf von ABAQUS. Der Aufruf mit den wichtigsten Parametern lautet:
| abaqus | job=id [analysis|datacheck|parametercheck|continue| information={environment|local|release|all}] [input=input-file] [user={source-file|object-file}] [oldjob=old-jobname] [fil={append|new}] [memory=memory-size] [cpus=number-of-cpus] [parallel={loop|tree}] [mp_mode={mpi|threads}] [interactive|background|queue=queue-name] [output_precision={single|full}] |
Eine vollständige Beschreibung der Parameter findet man im ABAQUS Analysis User's Manual Kap. 3. Hier also nur die wichtigsten:
| job | enthält die Job-Identifikation und ist der erste Namensbestandteil der erzeugten ABAQUS-Dateien; falls der input-Parameter nicht angegeben wird, erwartet ABAQUS die Eingabe in der Datei id.inp. |
| analysis | der komplette ABAQUS-Lauf wird durchgeführt (Default) |
| datacheck | es wird nur ein Datencheck durchgeführt |
| parametercheck |
es wird ein Check bei parametrisiertem Eingabe-File durchgeführt |
| continue |
nachdem ein Datacheck-Lauf erfolgreich war, kann mit continue der ABAQUS-Lauf fortgesetzt werden |
| information | gibt, je nach Option, Informationen in die Standardausgabe oder in die Datei id.log, falls der job-Parameter gesetzt ist |
| local | lokale Informationen |
| release | Informationen zum aktuellen ABAQUS Release |
| environment | gibt das aktuelle ABAQUS-Environment aus |
| status | Informationen zum ABAQUS-Status |
| input | enthält den Namen einer Eingabedatei, wenn deren Name nicht die Form id.inp hat |
| user | enthält den Namen der Datei, die die User-Subroutinen enthält und mit in das ABAQUS-Executable eingebunden werden soll |
| oldjob | enthält die Job-Id eines vorhergehenden ABAQUS-Laufes, auf den hier aufgesetzt werden soll. Dieser Parameter ist immer dann erforderlich, wenn in der Eingabedatei die Option *RESTART, *POST OUTPUT oder *POST FILE vorkommt. old-jobname muß verschieden sein von id. |
| fil | falls ein Restart-Lauf durchgeführt wird, muß entschieden werden, ob er seine Ergebnisse an eine schon bestehende Datei old-jobname.fil anhängen soll, oder eine neues Ergebnisfile erzeugen soll. Standard: fil=append. In beiden Fällen wird eine neue Datei id.fil erzeugt, wobei im ersten Fall die Datei old-jobname.fil nach id.fil kopiert wird und anschließend Ergebnisse des Restart-Laufes angehängt werden |
| memory |
Grösse des Arbeitsspeichers in 64-Bit-Worten (Standard: 33554432 entspr. 256 MByte) |
| cpus | Anzahl der CPUs, falls der Job parallel berechnet werden soll |
| parallel |
Parallelisierungsstrategie, Default: tree; s. Kap. 8.1.1 im User's Manual |
| mp_mode | Parallelmodell: mpi (Default) für Message Passing, threads für threadbasierte Parallelisierung |
| interactive/background | der Job wird im Vordergrund/Hintergrund gerechnet; Default: background |
| queue | falls ein Queue-Manager aktiv ist und eine Queue namens queue-name existiert, wird der Job in diese Warteschlange eingereiht |
| output_precision | Genauigkeit mit der Knotenvariable in das Output-Databasefile geschrieben werden; Def.: single |
Das Protokoll des ABAQUS-Laufes wird in die Datei id.log geschrieben. Einige Parameter können auch im ABAQUS Environmentfile vom Benutzer gesetzt werden (s. folgenden Abschnitt).
Environment-Datei
nach dem Aufruf von ABAQUS, werden bis zu drei sog. Environmentfiles durchsucht und ausgewertet und zwar in der folgenden Reihenfolge:
parameter = "wert"
Eine Liste mit den Parametern und zugelassenen Werten findet man im ABAQUS User Manual, Vol. I, Abschnitt 3.4. Die aktuelle Besetzung erhält man auch durch
abaqus job=id information=environment
Im Standard-Environmentfile sind folgende Besetzungen aktiv:
memory=33554432
scratch="/tmp"
cpus=1
Die Bedeutung ist folgende:
| memory | Arbeitspeicher |
| scratch | Verzeichnis für die Scratchdateien |
| cpus | Anzahl der Prozessoren, auf denen der ABAQUS-Job parallelisiert laufen soll |
Die Memorygrößen verstehen sich in 64-Bit-Worten und entspricht 256 MByte.
ABAQUS läuft am SCC zentral auf drei Hochleistungsrechnern, einem Linux-Cluster HP XC6000, der den Universitätsangehörigen zur Verfügung steht,
einem weiteren Linux-Cluster HP XC4000, der als Landeshöchstleistungsrechner betrieben wird und einem Institutscluster. Um einen möglichst störungsfreien Betrieb der Rechners zu gewährleisten, gibt es Knoten, auf denen interaktiv gearbeitet werden kann und auf die man sich z.B. auf den Clustern mit
ssh <username>@xc1
einloggt. Ein großer Rechenlauf sollte jedoch immer auf den Knoten ablaufen, die dafür vorgesehen sind. Dies wird durch spezielle Aufrufe geregelt, die die Ressourcen für den Job, wie z.B. CPU-Zeit, Anzahl der Prozessoren, Größe des Hauptspeichers etc. anfordern. Diese Anforderungen werden durch ein Job Management System bearbeitet. Es gibt ein Programm job_submit, das zum Abschicken von Jobs, geeignet ist. Eine ausführliche Parameterliste erhält man, wenn man
job_submit -H
eingibt. Dieses Kommando ist geeignet wenn man eigene Programme starten möchte.
Um jetzt speziell einen ABAQUS-Job zu starten und dem Benutzer den Zugang zu erleichtern, in dem er sich nur auf die ABAQUS-Parameter konzentrieren muss, wurde der ABAQUS-Aufruf leicht verändert.
| abqjob |
-j id |
| -t CPU-Tim (min) | gibt die CPU-Zeit in Minuten an, die der Job verbrauchen darf |
| -m Memory(MByte) | gibt den Hauptspeicherbereich an, den der Job beanspruchen darf |
| -c Job-Class | fordert die Job-Klasse an; z.Z. gibt es 2 Job-Klassen: d für development p für production |
| -d Knotentyp | t für die "dünnen" Knoten (= Default) f für die "fetten" Knoten |
| -D Auswahl des direkten Solvers (nur bei ABAQUS/Standard) |
y der direkte Solver wird angefordert n der iterative Solver wird angefordert (= Default); es muss im ABAQUS Inputfile in der *STEP Zeile SOLVER=DDM gesetzt werden |
| -T Real-Zeit | zusätzlich zur CPU-Zeit kann auch eine Real-Zeit angegeben werden, die der Job im Rechner verbringen darf; Default: T = 1.1*t |
| -s Text String | hier können in Hochkomma (") eingeschlossen weitere ABAQUS-Parameter eingegeben werden; z.B. "information=environment" |
Informationen über die Jobklassen mit ihren Vorbesetzungen erhält man, in dem man das Kommando
job_info
eingibt.
Die Environment-Variablen sind folgendermaßen gesetzt:
memory="1024mb"
Das Scratchverzeichnis zeigt standardmäßig auf die Umgebungsvariable WORK. Man kann aber auch ein lokales Filesystem TEMP als Scratchverzeichnis wählen. Da die Steuerungssprache von ABAQUS, PYTHON keine $-Zeichen akzeptiert, kann man im ABAQUS-Environmentfile nicht einfach
scratch=$WORK
setzen, sondern man muss einen Umweg über ein Python-Programmsegment machen:
import os
scratch=os.environ['WORK']
Die Cluster sind in ein paralleles Filesystem SFS integriert, welches man über die soeben beschriebene Umgebungsvariable WORK erreicht. Das SFS ist ein permanentes Dateisystem, d.h. es wird zwar nicht gesichert, aber Dateien und Verzeichnisse werden nach Beendigung des Jobs nicht gelöscht. Es bietet sich daher an, das Arbeitsverzeichnis nicht in das Homeverzeichnis zu legen, da dieses kontingentiert ist, sondern in das SFS.
Für das Scratchfilesystem kann auch $TEMP gewählt werden. Die Knoten besitzen grosse lokale Platten, die in erster Linie für temporäre Dateien vorgesehen sind. Dieses Filesystem wird über die Umgebungsvariable TEMP angesprochen.
import os
scratch=os.environ['TEMP']
ABAQUS kann parallelisiert rechnen, wobei auf den Prozessoren innerhalb eines Knoten im SMP Modus und knotenübergreifend im MPI Modus gerechnet wird.
Der abqjob kopiert zu Beginn ein evt. vorhandenes abaqus_v6.env im Arbeitsverzeichnis um in abaqus_v6.env.orig und ergänzt abqus_v6.env um die Variable mp_hosts_list, die die Liste der Knoten enthält. Am Ende wird das Environmentfile wieder gelöscht und abaqus_v6.env.orig in abaqus_v6.env umbenannt.
ABAQUS-Modelle können im einfachsten Fall dadurch erzeugt werden, daß die Input-Datei mit einem Texteditor geschrieben wird. Das ist für komplexe Probleme ein mühsamer Weg, so daß man ein geeigneteres Werkzeug benutzen sollte. Am Rechenzentrum hat man folgende Alternativen:
ABAQUS/CAE
ist der proprietäre Präprozessor, der genau auf die Anforderungen von ABAQUS-Modelle zugeschnitten ist. Das Modul enthält den Postprozessor ABAQUS/Viewer, der auch als eigenständiges Modul aufgerufen werden kann.
Aufruf:
abaqus cae
Patran
ist ein allgemeiner Prä- und Postprozessor mit Schnittstellen zu allen gängigen Analyseprogramme wie ABAQUS, ANSYS, MD Nastran u.v.m. Im ANALYSIS-Menü von Patran kann ein ABAQUS-Eingabefile generiert werden. Dazu muß entweder beim erstmaligen Erzeugen der PATRAN-Datenbasis ABAQUS, oder im PREFERENCES-Menü ABAQUS gewählt werden. Es wird dann eine Datei
id.inp
erzeugt, wobei id der Name der PATRAN Datenbasis ist. Damit kann dann ABAQUS gestartet werden.
HyperWorks
Ebenfalls können mit dem Netzgenerator HyperWorks ABAQUS-Eingabedateien generiert werden.
ABAQUS-Ergebnisse können mit verschiedenen Werkzeugen nachbearbeitet und visualisiert werden:
ABAQUS/Viewer
ist der geeignete Postprozessor, der auch in ABAQUS/CAE integriert ist. Voraussetzung für das Postprocessing mit ABAQUS/Viewer ist die Output Database (das .odb-File), welches im ABAQUS-Inputfile durch *OUTPUT angefordert wird.
Aufruf:
abaqus viewer
Patran und HyperWorks
sind ebenfalls Postprozessoren, die auf der Basis des ABAQUS Ergebnisfiles id.fil arbeitet. Es gibt eine Kurzeinführung in MSC.PATRAN.
EnSight
ist ein Programm, das hervorragend geeignet ist, Ergebnisse von FE-Berechnungen zu visualisieren und zu animieren. Basis für die Arbeit mit EnSight und ABAQUS sind die Ergebnisdateien id.fil und id.dat.
Für ABAQUS/Explicit gilt dasselbe wie für ABAQUS/Standard, es kommen lediglich noch einige Parameter im Aufruf und Dateien dazu.
Das Explicit-Modul von ABAQUS wird dadurch gestartet, dass als Prozedur im Step
*DYNAMIC,EXPLICIT
steht, wodurch die explizite Zeitintegration eingeschaltet wird, oder durch
*ANNEAL
Zusätzlich zu den im 2. Abschnitt aufgeführten Dateien, erzeugt ABAQUS/Explicit einige weitere
(s. ABAQUS Analysis User's Manual, Vol. I, Kap. 3).
| .abq .pac |
Diese beiden Dateien werden von ABAQUS/Explicit erzeugt. Sie sind nötig, wenn ein für ABAQUS/Standard lesbares Restart-File erzeugt werden soll. |
| .sel | Selected Resultsfile; in diese Datei werden Ergebnisse geschrieben, die durch die verschiedenen Optionen wie *FILE OUTPUT in Kombination mit *EL FILE, *NODE FILE und *ENERGY FILE bzw. *HISTORY OUTPUT in Kombination mit *EL HISTORY, *NODE HISTORY und *ENERGY HISTORY angefordert werden. Die Datei ist nicht mit dem File Output von ABAQUS/ Standard kompatibel. |
Das Selected Resultsfile entspricht zwar dem File Output von ABAQUS/Standard (id.fil), unterscheidet sich von ihm aber, so daß es nicht zum Postprocessing mit Patran, HyperWorks und EnSight verwendet werden kann.
In der Aufrufprozedur von ABAQUS werden daher Optionen zur Verfügung gestellt, mit denen die Konvertierung der o.g. Dateien in für ABAQUS/Standard bzw. ABAQUS/Post lesbarer Form durchgeführt wird.
Zusätzlichen Optionen im Aufruf für ABAQUS sind:
bei interaktiven Aufrufen:
convert={restart|select|all}
[analysis|datacheck|continue|recover]
in Batchjobs, die über das Job Managementsystem abgewickelt werden:
[-s "{restart|select|all}"]
[-s "{analysis|datacheck|continue|recover}"]
Die meisten Optionen wurden im 3. Kapitel erklärt, hier deswegen nur noch die dazugekommenen:
| recover | startet einen Restart-Lauf, der auf dem letztmöglichen gültigen Step und Inkrement aufsetzt. Dies ist dann wichtig, wenn das Restart-File aufgrund eines Systemfehlers nicht ordentlich abgeschlossen wurde |
| convert | legt fest, welche der o.g. Dateien konvertiert werden sollen. Falls die Option gleichzeitig mit dem analysis-Parameter gesetzt wird, findet die Konvertierung sofort nach Beendigung des eigentlichen ABAQUS/Explicit-Laufs statt |
| all | entspricht beiden Parametern |
Weitere Informationen findet man im ABAQUS Analysis User's Manual.
ABAQUS/Design erlaubt im ABAQUS-Inputfile
Parametrisierung
Parameter oder Variable werden über die *PARAMETER Option definiert. Eine komplette Beschreibung findet man im ABAQUS Analysis User's Manual.
Ein mit Parameter versehenes Inputfile wird wie ein gewöhnliches Inputfile zur Ausführung gebracht:
abaqus job=id.inp
Anschließend wird eine Datei id.pes generiert, die der Eingabedatei entspricht, in der alle Parameter durch die aktuellen Werte ersetzt sind. Diese wird dann eingelesen und zur Ausführung gebracht.
Parameterstudien
Will man Parameterstudien durchführen, d.h. einen oder mehrere Parameter variieren lassen und für jeden Wert oder Wertekombination einen ABAQUS-Lauf durchführen, muß ein Script erzeugt werden,
Der Name des Script-Files ist von der Form study.psf, und die Parameterstudie wird durch
abaqus job=bla script=study
gestartet. Aus dem parametrisierten ABAQUS-Inputfile id.inp werden dann eine Reihe von Inputfiles mit den Namen id_aStudy_*.inp erzeugt. aStudy ist der Name der Parmaterstudie, der im Script-File vergeben wird. Der * steht für eine Numerierung, die je nach Art der Parameterkombination automatisch vergeben wird. Das Inputfile id.inp wird im Scriptfile referiert.
Aus dem Script-File study.psf wird ein Script-File study_X.psf erzeugt, das die einzelnen ABAQUS-Jobs ausführt. Für jeden Parameter bzw. jede Parameterkombination wird aus id_aStudy_*.inp eine Datei id_aStudy_*.pse erzeugt, die ausgeführt wird. Demzufolge gibt es u.U. eine Menge von Dateien als Ergebnis, also
id_aStudy_*.dat, id_aStudy_*.fil, id_aStudy_*.log, id_aStudy_*.msg, id_aStudy_*.sta und id_aStudy_*.res.
Eine Datei study.var enthält alle Parametervariationen, die berechnet werden. Es werden ebenfalls Dateien id_aStudy_*.pes und id_aStudy_*.pmg erzeugt. Das Ergebnis der Parameterstudie steht in einer Datei der Form study_nnn.psr. nnn ist eine Buchstaben-Zahlenkombination.
Man kann die Parameterstudie auch interaktiv steuern. Dies und weitere Möglichkeit findet man im User's Manual.
Die ABAQUS Manuals liegen komplett als Online Dokumentation vor. Durch Aufruf von
abaqus doc
hat man Zugriff auf
ABAQUS Analysis User's Manual
ABAQUS/CAE User's Manual
ABAQUS Theory Manual
ABAQUS Verification Manual
ABAQUS Example Problems Manual
ABAQUS Benchmark Problems
ABAQUS Keywords Manual
ABAQUS Release Notes
Getting Started with ABAQUS
Getting Started with ABAQUS/Standard
Getting Started with ABAQUS/Explicit
u.a.m.
Die Beispiele aus den Example Manuals liegen alle auch als Input File vor. Zum Herunterladen verwendet man das Fetch-Modul von ABAQUS.
abaqus fetch job=Input-File
Der Name des Input-Files gehorcht einer Konvention, die dem Einführungskapitel der Example Manuals erklärt ist.