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Europractice
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Europractice

Europractice stellt modernste Werkzeuge für den Entwurf von Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik den teilnehmenden europäischen Hochschulen und Forschungsinstituten zur Verfügung.
Über Europractice können unter anderem folgende Anwendungen bezogen werden:
•    Conventor
•    Cadence
•    Lumerical
•    Mentor Graphics
•    Xilinx
 
 
 

Hintergrund

Bereits während der 1980er Jahre hat die EU-Kommission in Brüssel zusammen mit einer Gruppe europäischer Hochschulen eine Ausbildungs-Initiative (training action) gestartet in der Absicht, die Ausbildung von Mikroelektronikern in Europa auf eine breite Basis zu stellen. Hintergrund dieser Ausbildungs-Aktion war die Einschätzung, dass Europa auf dem Gebiet der Mikroelektronik über Jahre hinweg gegenüber seinen Weltmarkt-Konkurrenten im Rückstand war. Als einer der Gründe hierfür wurde die Tatsache angesehen, dass Bezug und Unterhalt von EDA-Software (Electronic Design Automation) für den rechnergestützten Entwurf integrierter Schaltkreise (ICs) zur damaligen Zeit oftmals unerschwinglich waren. Voraussetzung für verbesserte Chancen europäischer Elektronik-Produkte auf dem Weltmarkt waren daher für die EU-Kommission eine günstigere Ausbildungssituation für Mikroelektroniker, d.h. insbesondere eine bessere Ausstattung der Hochschulen mit EDA-Software.
Im Jahr 1989 hat die EU dann gemeinsam mit interessierten europäischen Hochschulen die Initiative ergriffen und unter dem ursprünglichen Namen EUROCHIP eine Einrichtung geschaffen, die zunächst den europäischen Hochschulen, später dann auch mittelständischen Industrieunternehmungen den Einsatz von EDA-Werkzeugen ermöglichen sollte. Durch europaweit gültige Vereinbarungen mit den Anbietern von EDA-Software, eine gemeinsame europäische Beschaffung und durch den Einsatz von Fördermitteln aus Brüssel konnten die Erwerbskonditionen nun so gestaltet werden, dass für Forschung und Lehre auf dem Gebiet der hoch integrierten Schaltkreise heute an vielen Hochschulen und Forschungseinrichtungen EDA-Tools in genügender Zahl zur Verfügung stehen. 
Die EU-Initiative verzeichnet seit ihrer Gründung eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung und zählt im Jahr 2005 mehr als 600 europäische Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu ihren Mitgliedern. 
Aufgrund ökonomischer Zwänge sah sich die EU-Kommission schließlich veranlasst, zum 1. Oktober 1995 Änderungen an dem umfangreichen Vertragswerk vorzunehmen. Seitdem heißt die Initiative nun EUROPRACTICE (PRomoting Access to Components, subsystems and microsystems Technologies for Industrial Competitiveness in EUROPE) und besitzt jetzt für jede Dienstleistung europaweit nur noch eine Kontaktstelle (früher 6). Für die Softwareversorgung zeichnen das Rutherford Appleton Laboratory (RAL  ) in Großbritannien, fuer die IC-Herstellung, IC-Testausrüstung und die Lieferung von Technologie-Beschreibungs-Dateien (design kits) das Interuniversitäre Mikroelektronik-Zentrum  (IMEC  ) in Belgien und für das europaweite Kursangebot die Technische Universität Dänemark (DTU  ) verantwortlich.  
An der Universität Karlsruhe (TH) haben sich im Jahr 1993 neun Institute und das Rechenzentrum zusammengefunden in der Absicht, gemeinsam die Mitgliedschaft in EUROCHIP zu erwerben. Dies ist dann mit Wirkung zum 1.7.1993 geschehen, so dass seither jedes der angeschlossenen Institute EDA-Software erwerben und sogar Musterexemplare selbst entwickelter Mikro-Bausteine zu tragbaren Konditionen fertigen lassen kann (in sog. MPW-Läufen, MPW = Multi-Project-Wafer).  Wie von Anfang an vorgesehen, ging diese Mitgliedschaft am 1.7.1997 auf die ganze Hochschule über. Seit dieser Zeit können alle Institute in gleicher Weise die Softwareangebote und Dienstleistungen von EUROPRACTICE in Anspruch nehmen. Für die Entwicklung, die Simulation und ggf. den Test von ICs stehen heute in 10 Instituten mehr als 90 Lizenzen Mikroelektronik-Entwurfssoftware zur Verfügung. Bei mehreren Entwicklungsprojekten werden diese ergänzt um Technologie-Spezifizierungs-Dateien (design kits) für Herstellungsprozesse, wie sie inzwischen auch von europäischen IC-Herstellern (IC-foundries) angeboten werden (Rastermaß beispielsweise 1.5,  0.35 oder 0.18 Mikron).