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Web Engineering

Gegenstand des Forschungsbereiches Web Engineering sind Systeme, Modelle und Prozesse, die die Bereitstellung und den Betrieb von Web-Anwendungen unterstützen. Web Engineering ist ein Spezialgebiet des Software Engineering, das die besonderen Herausforderungen bei der Produktion von Web-Anwendungen mit ingenieurwissenschaftlichen Methoden untersucht. 

Die notwendige Integration von Entwurfs- und Entwicklungsmethoden aus den Bereichen Software Engineering, Hypermedia, Network Engineering und Informations-Systeme für die Entwicklung von Web-Anwendungen wirkt komplexitätssteigernd und ist eine zentrale Herausforderung des Web Engineering.

Gleichzeitig unterscheiden sich die Anforderungen, die an Web-Anwendungen und deren Entwicklungsprozesse gestellt werden, von den Anforderungen an klassische Software-Interfaces. 

Die vielfältigen Rollen, die Anwendungen im WWW zukommen, etwa als Massenmedium, Soziales Medium oder Hypertext-System, erfordern ein multidisziplinär ausgerichtetes Team, sowie größere Flexibilität in Bezug auf sich ändernde Anforderungen. 

Forschungsschwerpunkte des Web Engineering sind die Entwicklung und Erprobung neuartiger komponentenbasierter Systeme, die durch Wiederverwendung den Implementierungsaufwand verringern und die Qualität verbessern. Weiterhin ist es Aufgabe des Web Engineering, mit wissenschaftlichen Methoden Entwicklungsprozesse zu analysieren, zu vergleichen, zu bewerten und zu verbessern. Die Erkenntnisse müssen systematisiert werden, um eine Übertragbarkeit zu erreichen. 

Ein Schwerpunkt der Forschung am SCC im Bereich Web Engineering ist die Entwicklung von Methoden und Werkzeugen zu Verbesserung der Qualität von Web-Anwendungen. Dazu gehört die Objektivierung von Qualitätsmerkmalen von Web-Anwendungen durch die Entwicklung und experimentelle Verifizierung neuer Metriken, etwa für die Wartbarkeit und Wiederverwendbarkeit von CSS-Code oder die Übersichtlichkeit von Navigations-Taxonomien. Wir beschäftigen uns insbesondere mit Methoden zur Verbesserung der Usability informationslastiger Websites. Dabei können keine direkten Benutzeraktionen wie das Anlegen eines Kontos oder der Kauf zur Erfolgsermittlung herangezogen werden. Im Rahmen unserer Forschung untersuchen wir deshalb, wie sich bestimmte Benutzeraktionen, etwa eine gezielte oder orientierungslose Suche mit Hilfe von erweiterten Mousetracking- oder Clickstream-Analysen erkennen lassen.