05.08.2026

SCC stärkt europäische Forschungsinfrastruktur für Nanowissenschaften

Die Forschungsinfrastruktur NFFA2050 wurde in die ESFRI-Roadmap 2026 aufgenommen. Damit erhält die europaweite Initiative für Nanowissenschaften und Materialforschung eine wichtige strategische Anerkennung.

NFFA2050 soll eine erweiterte Forschungsumgebung schaffen, die modernste Instrumentierung mit KI-basierten Lösungen zur Optimierung des Zugangs sowie neuen Diensten für Nutzende bietet.

Die ESFRI Roadmap 2026 des European Strategy Forum on Research Infrastructures (ESFRI) wird um eine neue Forschungsinfrastruktur (Research Infrastructure, RI) erweitert. Diese bietet eine einzigartige Kombination und Integration von Ressourcen für die Forschung an Quantenmaterie, neuartigen Energiematerialien und Biomaterialien. Das Spektrum reicht von Methoden an Großforschungsanlagen bis hin zu hochspezialisierten wissenschaftlichen Instrumenten für Multi-Technik-Experimente und theoretische Modellierung. Die Entscheidung wurde während der 96. Plenarsitzung des ESFRI im Juni 2026 in Nikosia auf Zypern getroffen.

 

Aufbauend auf den elf Jahren erfolgreicher Tätigkeit von NFFA-Europe, das mehr als 3.000 Nutzenden Zugang zu über 180 Methoden und 600 Instrumenten ermöglicht hat, wird die neue ESFRI-Forschungsinfrastruktur NFFA2050 (NANO Foundries and Fine Analysis – 2050) den Stand der Technik weiter voranbringen. Dazu werden digitale Dienste wie eine Orchestrierungsebene, Digitale Zwillinge und FAIR-by-Design-Datenmanagement umfassend integriert. Dadurch können Forschende optimierte Forschungsabläufe auswählen, die gezielt auf ihre wissenschaftlichen Fragestellungen zugeschnitten sind.

 

Am SCC ist eine von Dr. Rossella Aversa geleitete Forschungsgruppe seit Beginn aktiv im NFFA-Ökosystem eingebunden. Sie trägt mit ihrer Expertise und ihren Diensten insbesondere zum FAIRen Forschungsdatenmanagement sowie zum virtuellen Zugang zu den Angeboten der Infrastruktur bei. Die Aufnahme von NFFA2050 in die ESFRI Roadmap unterstreicht die wissenschaftliche Exzellenz und die strategische Bedeutung dieser langjährigen europäischen Zusammenarbeit.

 

Die hybriden Forschungsworkflows von NFFA2050 entstehen durch die Kombination modernster Instrumentierung der Partnerinstitutionen mit neuartigen KI-basierten Lösungen zur Optimierung des Zugangs sowie neuen Diensten für Nutzende. Dazu zählen Digitale Zwillinge, Echtzeit-Analysen und die automatisierte Erzeugung FAIRer Forschungsdaten. Dadurch wird eine erweiterte Forschungsumgebung geschaffen, die sowohl grundlagenorientierte Forschung als auch innovationsgetriebene Projekte unterstützt. Zudem werden die Validierung von Deep-Tech-Technologien und die gemeinsame Entwicklung industrienaher Prototypen ermöglicht, indem Schnittstellen zu Technologieinfrastrukturen auf mittleren Technologiereifegraden (Technology Readiness Levels, TRLs) geschaffen werden.

 

Die Nutzenden von NFFA2050 stehen dabei im Mittelpunkt: Sie können ihre Forschungsstrategie anhand von in Echtzeit aktualisierten Workflow-Optionen steuern, die fortlaufend auf Basis neu erhobener Daten angepasst werden. Dies verspricht eine besonders effiziente Nutzung der verfügbaren Instrumentierungszeit und eine deutliche Verkürzung des Weges vom Experiment zum Ergebnis.

Der Status als ESFRI-Forschungsinfrastruktur verleiht NFFA2050 hohe Sichtbarkeit und zugleich die Verantwortung, die Umsetzung der Infrastruktur voranzutreiben, eine europäische Governance-Struktur aufzubauen sowie die erforderlichen Ressourcen und Synergien innerhalb des gesamten ESFRI-Bereichs Physical Sciences & Engineering (PSE) und darüber hinaus zu identifizieren.

 

Kontakt am SCC: Dr. Rossella Aversa

Zur Pressemitteilung Project Update NFFA2050

 

Die ESFRI-Roadmap ist Europas wichtigste strategische Referenz für die langfristige Entwicklung von Forschungsinfrastrukturen. In die Roadmap werden nur Projekte aufgenommen, die herausragende wissenschaftliche Qualität, einen überzeugenden Weg zur Umsetzung und einen klaren Beitrag zur Stärkung des Europäischen Forschungsraums nachweisen können. An dem Begutachtungsprozess, der zur Auswahl der sechs erfolgreichen Projektvorschläge führte, waren mehr als 80 Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Forschungsinfrastrukturen beteiligt.